Clubausflug 2017

RCZS Ausflug Tingely 00995

Waren Sie schon mal im Tingely Museum in Basel? Wenn nicht, sollten Sie das unbedingt nachholen; Tinguely – Museum Basel - www.tinguely.ch

Samstag, 5. September 2017    

Wir waren nicht viele diesmal, welche miteinander den Jahresausflug unternommen haben. Aber wir hatten einen tollen Tag. Es hatte nicht viele BesucherInnen im Museum. Das gab uns den Raum und die Ruhe, die ganze Ausstellung zu geniessen, als ob wir quasi eine Privatführung gehabt hätten.

Zu sehen gab es Skurriles und Schräges: Stellen Sie sich vor, da sass einer im Rollstuhl vor einer Zeile Bilderschirme, auf denen lauter kurze Szenen spielten. Es setzten sich weitere Mitglieder unserer Ausflugsgruppe dazu. Und dann lachte zuerst der eine, dann der andere, am Schluss alle zusammen. Ja, diese Szenen waren so abgedreht und zugleich so witzig, dass wir herzhaft gelacht haben. Die Videoinstallation „Traces“ von Nevin Aladağ entstand 2015 in Stuttgart, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Sie verwendete dazu Musikinstrumente, wie sie Strassenmusikanten verwenden, und brachte sie mitten in der Stadt zum Klingen. Die Musik entstand durch zufällige Bewegung und Interaktion mit der Umgebung.

Die Maschinen von Tingely, jede ein komplexes Gebilde, sie drehen und rattern, sie schieben und schruppen, sie tingeln und klingeln, sie hupen und piepsen. Es war ein fantastisches Erlebnis, sich einfach in dieses Chaos hineinzuversetzen. Alles ist in diesen Maschinen miteinander in Beziehung und doch Teil für sich. Irgendwie kam dann die Idee auf, man könnte doch aus alten Hilfsmitteln solche Maschinen konstruieren. Wer weiss, vielleicht hat es ja unter Euch einen Künstler oder eine Künstlerin, welche das irgendwann umsetzt. Oder es gibt das schon, nur wissen wir es nicht.

Lustig übrigens: Wir Menschen mit einer Querschnittlähmung haben ja gelegentlich so unsere Herausforderung mit der Verdauung und dem Abführen. Von Delvoye standen im Tingely Museum komplexe Gebilde, welche mit Hilfe von Enzymen und anderen Stoffen den menschlichen Verdauungsvorgang nachbilden. Diese Cloacas, wie er sie nennt, sind teilweise als Skulpturen gestaltet, teilweise eine Anreihung von Schläuchen, Zylindern und Pumpen, in welchen eklig aussehende Flüssigkeiten umgewälzt werden. Ein Gebilde war sogar handlich in einem Koffer zusammengestellt, sozusagen Verdauung on the go. Wäre es nicht traumhaft, im echten Leben bei Bedarf einfach ein paar Schräubchen drehen oder Ventile regulieren zu können und alles läuft wieder wie geschmiert?

Während die meisten morgens die Ausstellung besuchten, und dabei meist nur gedämpft miteinander gesprochen wurde, ging es am Mittag lebhaft zu und her. Es wurde diskutiert und geplaudert. Und dann kann man es einfach nur so ausdrücken: Das Essen im Restaurant des Tingely Museums war fantastisch.
Nachmittags nutzten dann die meisten die Gelegenheit, das schöne warme Wetter draussen im Park zu geniessen, wo ebenfalls einige Skulpturen standen und wasserspritzende Maschinen mitten auf der Wiese ihre Figuren in die Luft zeichneten.

Fazit: Der Ausflug war eine gelungene Sache. Gemütlich, anregend und eine wunderbare Gelegenheit, sich mit anderen zu unterhalten und einen guten Tag zu verbringen.

Text und Bilder: Daniel Stirnimann